Waldhäuser verdankt seine Entstehung dem Salzhandel nach Böhmen,
auf der "recht uralt gulden Straß", die von Grafenau
über St. Oswald und Pürstling nach Bergreichenstein (CZ)
führte. 1591 erlangten die Grafenauer von Herzog Wilhelm ein
Darlehen von 1000 Gulden zur "Erhebung der uralten Guldenstraß".
Nach der Instandsetzung der Guldenstaß erlebte der Salzhandel
von Vilshofen über Grafenau nach Bergreichenstein in kurzer Zeit
einen großen Aufschwung.
Im
Jahre 1609 wurde am sogenannten "Guldensteig" sieben Untertanen
die Ansiedlung auf einer Rodungsinsel gestattet, um den durchreisenden
Handelsleuten eine Unterkunft zu gewähren.
Guldensteig: Die Händler, die das Salz in Fässern
oder in Scheiben gepresst auf Pferden von Österreich über
Schärding, Passau, Grafenau, St. Oswald, Waldhäuser, Blauen
Säulen (Grenzübergang) nach Bergreichenstein brachten, wurden
Salzsäumer genannt. Um den beschwerlichen Weg zu erleichtern,
erhielten 7 Siedler zu beginn des 17. Jahrhunderts das Recht den Wald
zu roden. Ihre Häuser im Walde (Waldhäuser) wurden als Streusiedlung
über den ganzen Hang links und rechts des Weges verteilt. Auf
den Rückweg brachten sie Getreide, Töpfer- und Glaswaren
nach Bayern. Weil auf diesem Handelsweg viele Waren in Gulden getauscht
wurden, nannte man diesen Weg "Guldensteig".
Ihren kargen Lebensunterhalt bestritten die Bewohner der 7 Waldhäuser
mit der Herstellung von Tellern, Gabeln, Schaufeln, Siebzargen und
anderen Holzbitzlerwaren. Auch das Sammeln von Ameiseneiern und die
Anfertigung von Zunderhauben aus Baumschwämmen gehörten
zu ihren Gewerben.
Im Dreißigjährigen Krieg erlitt der Salzhandel auf dem
Guldensteig starke Einbußen. Seit dem Östereichischen Erbfolgekrieg
1740 waren die Säumer ganz ausgebleiben, der Guldensteig hatte
seine Bedeutung als Handelsstraße verloren. Der Steig verfiel
immer mehr und war nicht mehr begehbar.
Aus den noch mit der Hand roh zugehauenen Balken und Brettern des
Oberen Waldhauses entstand in Waldhäuser gegenüber der Jugenherberge
Ameishof das heute noch zu bestaunende alte Waldlerhaus als letzter
Zeuge des verschwundenen Salzhandels. |
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